
Bezirksfischereitag 2026 bei uns in Wangen
Wir waren Gastgeber für den Bezirk Südwürttemberg, und unsere Gewässerdaten waren Thema
Am 10. Oktober 2026 kamen die Vereine des Bezirks Südwürttemberg in die Grund- und Werkrealschule Niederwangen. Für uns hieß das viel Arbeit vorab, und es war eine gute Gelegenheit zu zeigen, was wir an unseren Gewässern in den letzten Monaten aufgebaut haben.
Am Samstag, 10. Oktober 2026, waren wir Gastgeber des Bezirksfischereitags. Delegierte der Vereine im Bezirk Südwürttemberg des Landesfischereiverband Baden-Württemberg kamen dafür in die Werksrealschule Niederwangen, von der Schwäbischen Alb bis an den Bodensee. Nach dem Bezirkstag 2024 war das für uns wieder ein Termin, bei dem man die anderen Vereine nicht nur auf dem Papier kennt, sondern mit ihnen an einem Tisch sitzt. Wer alle Tagesordnungspunkte, Wahlergebnisse und Vorträge im Detail nachlesen möchte, findet sie im ausführlichen Bericht des Landesverbands.
Gastgeber sein heißt anpacken
Ein Bezirkstag läuft nicht von allein. Tische stellen, Technik aufbauen, Kaffee, Mittagessen und Kuchen für knapp 50 Gäste: Das haben Mitglieder unseres Vereins in ihrer Freizeit gestemmt. Besonders unsere Küchencrew war vom Morgen bis zum Nachmittag im Einsatz, und dass sie dafür vom Bezirk ausdrücklich gelobt wurde, hat uns sehr gefreut. Danke auch an die Gemeinde Niederwanngen und die Grund- und Werkrealschule Niederwangen, dass wir ihre Räume nutzen durften.
Oberbürgermeister Michael Lang sprach mittags ein Grußwort und erinnerte an die gute Zusammenarbeit mit unserem Verein, vor allem während der Landesgartenschau. Er dankte dabei auch Thomas Bernhard, unserem 2. Vorstand, für seine Führungen und seinen Einsatz im Natur- und Artenschutz.
Ein Thema zog sich durch den Tag: Wie geht es unseren Gewässern?
Dr. Werner Baur, Kreisvorsitzender in Ravensburg, eröffnete die Vortragsrunde. Sein Punkt: Der Schritt vom gelegentlichen Ablesen hin zur laufenden, digitalen Messung verändert, wie Vereine ihre Gewässer verstehen. Die Wassertemperatur entscheidet über vieles. Eine Bachforelle kommt mit kühlem Wasser gut zurecht, in den Bereichen um 24 Grad und darüber wird es für sie gefährlich. Dazu kommen Fragen wie fehlende Beschattung, missglückte Renaturierungen, sinnvoller Besatz und der pH-Wert, weil bei steigendem pH aus harmlosem Ammonium giftiges Ammoniak werden kann.
Uwe Dußling, Fischereireferent beim Regierungspräsidium Tübingen, ergänzte das aus Sicht der Behörde. Damit Messwerte als Grundlage für Maßnahmen taugen, müssen sie einheitlich erhoben werden. Für die eigene Einschätzung eines Vereins sind sie trotzdem wertvoll. Am Beispiel von Seen zeigte er, wie stark der Sauerstoff zwischen Tag und Nacht schwankt, und warum eine Belüftung in der Nacht mehr bringt als am Tag. Das nehmen wir als Auftrag mit: sauber und vergleichbar messen, nicht nur viel.
Was wir aus Wangen beigetragen haben
Unser Vorsitzender Daniel Altiparmak stellte vor, wie wir seit diesem Jahr arbeiten. An mehreren unserer Gewässer hängen Messgeräte an unseren Gewässern, die rund um die Uhr Temperatur und weitere Werte liefern. Die Daten laufen in LimnoNetz, einer Software, die wir selbst entwickelt haben. Sie ist für Vereine kostenlos, an keinen bestimmten Gerätehersteller gebunden, und die Daten bleiben beim Verein.
Die zweite Hälfte ist unsere Vereins-App Petri Heil. Dort kommen die Messwerte aus allen Messstellen mit den übrigen Vereinsdaten zusammen. Wird ein Wert kritisch, kommt die Warnung direkt aufs Handy. Mitglieder, Vorstand und Gewässeraufsicht haben jeweils ihren eigenen Bereich.
Warum uns das wichtig ist, zeigt ein Wert aus diesem Sommer: Am 2. August 2026 haben wir an einer Messstelle 28,2 °C Wassertemperatur bei nur 3,2 mg/l Sauerstoff gemessen. Das ist für viele Fische eine echte Notlage. Bei einem Kontrollgang alle paar Wochen wäre uns das gut möglich durchgerutscht.
Ein bisschen stolz sind wir schon
Hinter all dem steckt kein großes Budget, sondern Ehrenamt: Leute aus dem Verein, die Sensoren montiert, Funkverbindungen eingerichtet und Software geschrieben haben, abends und am Wochenende. Dass wir damit im Bezirk zu den ersten gehören, die ihre Gewässer so überwachen, freut uns. Um einen Vorsprung geht es uns dabei aber nicht. Je mehr Vereine mitmessen, desto mehr wissen wir alle über unsere Gewässer.
Wenn euer Verein sich das anschauen möchte: Meldet euch gerne bei uns unter info@fv-wangen.de. Wir zeigen euch, wie es bei uns läuft, und helfen beim Einstieg.
Wechsel an der Spitze des Bezirks
Ernst Retz hat aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr für den Bezirksvorsitz kandidiert. Thomas Bernhard bedankte sich im Namen des Bezirks mit einem Geschenk für seine jahrelange Arbeit. Neue Bezirksvorsitzende ist Franziska Kenntner, gewählt ohne Gegenstimme. Roland Sauter bleibt Vizepräsident im Landesverband. Wir gratulieren beiden und freuen uns auf die Zusammenarbeit.
Danke an alle Gäste, Referenten und Helfer für einen langen, guten Tag in Niederwangen.
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